Die Bundeswehr holt Corona-Patienten aus Italien und Frankreich nach Deutschland und verstärkt mit Kroatien die Sanität bei den NATONorth Atlantic Treaty Organization-Truppen in Litauen.
Es ist ein unsichtbarer Gegner, der aktuell die ganze Welt herausfordert. Man kann das Coronavirus weder sehen noch schmecken, aber man kann etwas gegen seine Ausbreitung tun und dort helfen, wo es die Menschen schon befallen hat.
Ein A400M des Lufttransportgeschwader 62 aus Wunstorf fliegt am 29. März 2020 in der COVID-19Coronavirus Disease 2019 Krise Patienten aus Frankreich aus.
Besonders hart trifft es in diesen Tagen auch die Verbündeten in Italien und Frankreich. Die Bundeswehr hat deshalb an diesem Wochenende gleich mehrfach besonders schwer erkrankte Patienten zur Behandlung nach Deutschland geholt. Dafür flog ein als „fliegende Intensivstation“ eingerüsteter Airbus A310 der Flugbereitschaft zweimal nach Italien, ein ebenfalls für medizinische Evakuierungs-Operationen (MedEvacMedical Evacuation) vorbereiteter Airbus A400M-Transporter nach Frankreich.
Für Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist es selbstverständlich, dass „wir in Zeiten größter Not unseren Freunden zur Seite stehen“. Die Ministerin sieht die Unterstützung Deutschlands als „wichtiges Zeichen der Solidarität“. Europa müsse zusammenhalten. Mit ihrer französischen Amtskollegin Florence Parly hatte Kramp-Karrenbauer die Details für die deutsche Unterstützung persönlich abgesprochen und auch bei der Unterbringung von weiteren französischen Patienten in zivilen Krankenhäusern in Deutschland vermittelt. Ein Teil der Erkrankten wird nun auch in Bundeswehrkrankenhäusern behandelt. Diese „grenzüberschreitende Solidarität“ würdigt auch die französische Verteidigungsministerin. Florence Parly bedankte sich bei der deutschen Seite und betonte die starke Freundschaft zwischen den Ländern. Auch Italiens Verteidigungsminister Lorenzo Guerini würdigte die deutsche Hilfe in der Krise ausdrücklich.
Eine Bundeswehrsoldatin lädt Sanitätsmaterial aus dem Flugzeug der Kroatischen Streitkräfte aus, mit dem das kroatisch-deutsche Sanitätsteam nach Kaunas geflogen ist.
Betroffen von Corona-Infektionen sind auch die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Truppen bei enhanced Forward Presence in Litauen. Um für eine bestmögliche medizinische Betreuung zu sorgen, hat die Bundeswehr gemeinsam mit Kroatien zusätzliches Sanitätspersonal ins Baltikum geschickt. Die kroatischen Verbündeten stellten dafür extra einen Regierungsflieger bereit, der bei einer Zwischenlandung in Berlin auch Medizinerinnen und Mediziner der Bundeswehr aufnahm. Für Kroatien und Deutschland ist dies ein deutliches Zeichen enger Partnerschaft und Freundschaft sowie der Solidarität mit allen Angehörigen der Streitkräfte der eFPenhanced Forward Presence Battle Group in Litauen. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer dankte ihrem kroatischen Kollegen Damir Krstičević für die Initiative und „die gemeinsame Sorge um unsere Soldatinnen und Soldaten.“
Ein positiv auf Corona getesteter Soldat der Bundeswehr wurde derweil mit einem niederländischen Transportflugzeug aus Litauen ausgeflogen. Er wird im Bundeswehr-Krankenhaus in Koblenz behandelt. Durch die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Verbündeten auch und gerade jetzt in Krisenzeiten sieht sich die deutsche Verteidigungsministerin bestätigt: „Gemeinsam sind wir stärker. Freunde stehen eben zusammen.“
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